+++ Die nächste Bewerbungsphase startet am 01.12.2022! +++

Die Termine für 2023 stehen fest und die Kursinhalte sind aktualisiert.
Kleine Änderungen können sich bis zum 01.12. noch ergeben.


Kurskonzept


Die Praxiswerkstatt ökonomischer Wandel (zuvor auch Attacademie) ist ein kollektiver Lernraum für Menschen, die sich für die Transformation hin zu einer ökologisch tragbaren, solidarischen und demokratischen Wirtschaftsweise einsetzen, und so „das gute Leben für alle“ voranbringen wollen. In einer Gruppe von 16 Teilnehmer:innen begeben wir uns von März bis November 2023 auf eine gemeinsame Lernreise.

Als Teilnehmer:in des Kurses


– beschäftigst du dich mit ökonomischen Theorien jenseits des Mainstreams – unter anderem mit marxistischer, ökologischer, feministischer und postkolonialer Ökonomik.

– setzt du dich fundiert, kritisch und wertebasiert mit der Entstehung und den Auswirkungen unseres Wirtschaftssystems und den ihm zugrundeliegenden Wirtschaftstheorien auseinander.

– lernst du Akteur:innen und Projekte gelebter Praxis des alternativen Wirtschaftens kennen – im Kleinen wie im Großen: z.B. Commons-Initiativen, Kooperativenverbünde, Regionalentwicklung auf Basis solidarischer Ökonomie, Gemeinwohlökonomie, umfassende postkapitalistische Gesellschaftsentwürfe und Regionen in Selbstverwaltung wie z.B. Chiapas und Rojava.

– diskutierst du die notwendigen gesellschaftlichen und politischen Herausforderungen, Hürden und Strategien für die Transformation zu einer solidarisch-ökologisch-demokratischen Wirtschaft.

– hast du Raum und Zeit, um deine eigene politische Praxis und die Suche nach deiner Rolle in der Transformation zu reflektieren mit Unterstützung und Beratung durch die Kursgruppe, die Kursbegleiter:innen und die Trainer:innen.

– durchläufst du einen Gruppenprozess, in dem wir gemeinsam versuchen, Selbstorganisation und Solidarität schon als Teil unseres Miteinanders zu leben.

– stellst du – wenn du möchtest – gemeinsam mit anderen ein Praxisprojekt auf die Beine, in dem du mit neu gewonnenen Erkenntnissen und Fähigkeiten experimentieren kannst.

– entwickelst du wichtige Fähigkeiten für den gesellschaftlichen Wandel weiter, vermittelt von bewegungsnahen Referent:innen, z.B. Moderation, Konfliktmediation, Argumentation, transformative Gerechtigkeit, Projekt- & Kampagnenplanung.

Hier einige Referent:innen aus den Kursen der letzten Jahre:



Projektarbeit
Im Rahmen der Praxiswerkstatt hast du, wenn du möchtest, die Möglichkeit, ein eigenes Praxisprojekt allein oder in einer Gruppe zu entwickeln und durchzuführen. So kannst du das Gelernte direkt anwenden und vertiefen, und mit deinem bereits vorhandenen Wissen und deinen Fähigkeiten verknüpfen. Ebenso gibt es Raum, dein bestehendes Engagement durch die Kursgruppe und das Kursteam begleiten zu lassen.

Termine und Inhalte 2023

Da es uns wichtig ist, eure Interessen und Lernbedürfnisse im Kurs zu berücksichtigen, ist der folgende Kursplan nicht „in Stein gemeißelt“, sondern kann in der Gruppe miteinander besprochen und verändert werden.

Auf jedem Seminar ist Zeit für selbstorganisierten Austausch, geben Referent:innen Inspirationen aus Theorie und Praxis, trainieren wir wesentliche Fähigkeiten für den gesellschaftlichen Wandel und bringen wir die Entwicklung und Umsetzung möglicher eigener Projekte voran.

Wichtig: Dieser Plan stellt nur die Inhalte der Seminare dar. Zwischen den Seminaren gibt es in der Regel vor- und nachbereitende Lese- und Rechercheaufgaben, Projektarbeit sowie Online-Seminare zu gemeinsam gewählten Themen, sodass ihr pro Woche insgesamt ca. 3 h Zeit für den Kurs benötigt.

Wir sind uns darüber bewusst, dass nicht alle die gleichen Möglichkeiten dafür haben, sich diese Zeit zu nehmen. Uns ist es wichtig gemeinsam Wege zu finden, wie auch Menschen gut teilnehmen können, die durch anderweitige Verpflichtungen zeitlich eingebunden sind.


1. Auftakt: Wer sind wir und was wollen wir ändern?

23.-26.03.2023, Freie Feldlage Harzgerode (Sachsen-Anhalt) 

– Kennenlernen der Kursgruppe und gemeinsame Lernkultur sowie Awarenesskonzept entwickeln
– Unser globales Wirtschaftsystem: Entstehung, Analyse und Kritik
– Training Moderation und kollektive Entscheidungsfindung


2. Wirtschaftstheorie: Wie lässt sich unsere vorherrschende Wirtschaftsweise verstehen?

04.-07.05.2023, Haus des Wandels, Heinersdorf-Steinhöfel (Brandenburg)

– Vertiefung der Analyse unseres Wirtschaftssystems (u.a. Theorien pluraler Ökonomik, feministische, postkoloniale Analysen)
– Ursachen für Globale Ungleichheit (u.a. Internationale Handelsstrukturen)
– Training oder Reflexionszeit nach Bedarf*


3. Alternativen: Wie könnten solidarische, ökologische und demokratische Wirtschaftsweisen aussehen und welche gelebten Entwürfe gibt es schon?

08.-11.06.2023, Fuchsmühle, Waldkappel (Hessen)

– Utopie: Konturen solidarischer ökologischer demokratischer Wirtschaftsweisen
– Reise in die Welt des Ökonomischen Wandels im Großen wie im Kleinen: z.B. Commons-Initiativen, Gemeinwohlökonomie, Kooperativenverbünde, Regionen in Selbstverwaltung wie z.B. Chiapas und Rojava
– Einführung in die Projektarbeit


4. Strategien der Transformation: Welche Wege führen zum „guten Leben für alle“?

09.-13.08.2023, Kommune Niederkaufungen (Hessen)

– Transformationstheorien und die Rolle sozialer Bewegungen
– Die Rolle von Körpern und Emotionen in der politischen Praxis
– Projektgruppenzeit und evtl. Kampagnenarbeit


5. Handwerkszeug: Was brauchen wir, um die Welt zu verändern?

21.-24.09.2023, Kommune Waltershausen (Thüringen)

– Unsere „Theory of Change“
– Training oder Reflexionszeit nach Bedarf*
– Zeit für Projektarbeit


6. Abschluss: Wie machen wir weiter?

27.-30.10.2022, Arruda Collective, Falkenberg (Brandenburg)


– Kursernte und Wie-geht‘s-weiter?
– Projekt- und Praxisreflexion
– Training „Nachhaltig Engagiert ohne Auszubrennen“


*Weitere mögliche Trainings nach Bedarf:

– Feedbackkultur und Konflikttransformation
– Argumentation, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit 
– Transformative Gerechtigkeit

Auf dem Seminar
Themen der Teilnehmer:innen

Bewerbung und Auswahlverfahren

Wer bietet die Praxiswerkstatt an?
Trägerin der Fortbildung ist die Bewegungsakademie e.V. in Verden (Aller). Darüber hinaus ist die Praxiswerkstatt Teil des „CAMPUS für weltverändernde Praxis“ – einer Plattform, auf der verschiedene Träger emanzipatorische Bildungsprogramme anbieten.

Was kostet der Kurs?
Ein großer Teil der Kosten wird über Zuschüsse der Rosa-Luxemburg-Stiftung, von Engagement Global und unserem Kooperationspartner Attac Deutschland abgedeckt.

Der Teilnahmebeitrag für den gesamten Kurs inkl. Unterkunft, Verpflegung und Seminarmaterialien beträgt 550€. Falls der Teilnahmebeitrag für dich eine Hürde darstellt, setze dich bitte mit uns in Verbindung. Es gibt Möglichkeiten, diese Kosten anderweitig zu decken.

Fahrtkosten können nicht erstattet, aber in der Gruppe solidarisch umverteilt werden.


Wer kann sich bewerben?
Bewerben kann sich jede:r, die:der Lust hat, sich für eine ökologisch tragbare, solidarische und demokratische Wirtschaftsweise auf verschiedenen Ebenen zu engagieren – oder dies bereits tut. Für den gemeinsamen Lernprozess ist es wünschenswert, dass du an allen 6 Seminaren und den zwischen den Seminaren liegenden Online- und Selbstlerneinheiten (ca. 3 Stunden pro Woche) teilnimmst.

Uns ist daran gelegen, eine vielfältige Gruppe in Bezug auf thematische Interessen, gesellschaftliche Positionierungen, Erfahrungen und Alter zusammenzustellen. Dabei bemühen wir uns, den Kurs gemeinsam mit der Gruppe als einen achtsamen und diskriminierungssensiblen Lernraum zu gestalten.

Die Kursbegleitung und die Seminargruppen waren in den letzten Jahren überwiegend weiß, ablebodied und cis-gendered positioniert. Die Praxiswerkstatt befindet sich in einem Reflexionsprozess darüber, wie das Projekt diskriminierungssensibler, und der Lernraum noch sicherer für von Diskriminierungen betroffene Personen gestaltet werden kann.  Es ist uns ein zentrales Anliegen, weiter zu lernen und zu entwickeln, wie wir unserem Anspruch immer besser gerecht werden können.

In unseren Seminaren beziehen wir postkoloniale und rassismuskritische Perspektiven auf die Entstehung des Kapitalismus und die Reproduktion von Diskriminierungen in unserer Selbstorganisation an vielen Stellen mit ein. Vor Ort erarbeiten wir mit der Kursgruppe ein Awarenesskonzept.


Wie kann ich mich bewerben?
Die Bewerbung erfolgt über einen Fragebogen (ab 1.12.2022 hier freigeschaltet)

Falls du uns lieber verschlüsselt per Mail schreiben möchtest, kannst du dich über folgende Mailadresse bei uns melden: kursleitung [at] bewegungsakademie.de
Hier findest du unseren öffentlichen Schlüssel: [Open PGP]
  

Der Bewerbungsschluss ist der 31. Dezember  2022. Wir freuen uns darauf, von euch zu lesen!

Am Mittwoch, den 14. Dezember 2022 um 19:00 Uhr veranstalten wir ein kurzes Online-Seminar, in dem wir das Kurskonzept erläutern und eure Fragen beantworten. Wenn du daran Interesse hast, schreib uns dazu einfach eine kurze Mail an kursleitung [at] bewegungsakademie.de.



Frequently Asked Questions

Was ist mit Corona?
Das wissen wir noch nicht genau. Im Jahr 2022 konnten wir alle Seminare in Präsenz durchführen. Zudem haben wir inzwischen viel Erfahrung darin, Teilnehmende (z.B. im Falle von Corona-Erkrankungen) auch hybrid einzubinden.

Auf den Seminaren halten wir uns an die geltenden Hygienevorschriften und erarbeiten uns darüber hinaus in der Gruppe eigene Regeln, damit alle mit einem sicheren Gefühl zum Seminar kommen können.

Nach welchen Kriterien werden die Teilnehmenden ausgewählt?
Es gibt eine Geschlechterquotierung, d.h. mindestens die Hälfte der Teilnehmenden sollen FLINTA*‘s (Frauen, Lesben, inter* Menschen, trans* Menschen, nichtbinäre* Menschen, agender* Menschen) sein. Auch werden rassifizierte Menschen bevorzugt berücksichtigt. Darüber hinaus versuchen wir eine  heterogene Gruppe im Hinblick auf Alter, politische und ökonomische Vorkenntnisse sowie politisch-gesellschaftliche Erfahrung zusammenzusetzen. Es ist nicht Voraussetzung, bei Attac Mitglied oder aktiv zu sein!

Wichtige Kriterien sind die Bereitschaft, sich offen und interessiert mit den Inhalten des Kurses auseinanderzusetzen, den Gruppenprozess mitzutragen.


Was passiert beim Kennenlerntreffen im Februar 2023?
Das Online-Kennenlerntreffen im Februar 2023 bietet dir die Möglichkeit, ein Gefühl für die Gruppe und den Kurs zu entwickeln. Darauf aufbauend kannst du entscheiden, ob du dich auf den Kurs einlassen willst. Zudem bekommen wir dort bereits einen Überblick über eure politischen Hintergründe. Nach dem Kennenlerntreffen hast du eine Woche Zeit, dich verbindlich für oder gegen eine Kursteilnahme zu entscheiden.


Kann ich auch an einzelnen Seminaren teilnehmen?
Leider nicht. Wir legen viel Wert darauf, dass sich im Laufe des Kurses eine vertrauensvolle und arbeitsfähige Lerngruppe bildet. Dementsprechend wichtig ist es, dass du dir gut überlegst, ob du dich tatsächlich auf den gesamten Lern- und Arbeitsprozess einlassen willst!



Wie viel Zeitaufwand muss ich einplanen?
Die sechs Seminare sind jeweils 4 Tage (bis auf das 5-Tages Seminar im August) lang. Zwischen den Seminaren solltest du dich darauf einstellen, etwa 3 Stunden pro Woche für Online-Seminare, die eigenständige Erarbeitung von Inhalten und für die Projektarbeit zu reservieren.


Wer leitet die Seminare?
Die Seminare werden vom Team der Bewegungsakademie zusammen mit wechselnden Referent:innen geleitet. Unsere Referent:innen sind kritische Expert:innen in verschiedenen Bereichen; darüber hinaus sind die meisten von ihnen selbst schon über Jahre in sozialen Bewegungen und/oder politischen Projekten aktiv und verbinden somit Theorie und Praxis.


Können die Seminare als Bildungsurlaub anerkannt werden?
Die Anerkennung als Bildungsurlaub ist für uns mit großen organisatorischem Aufwand verbunden. Wir können daher leider nicht garantieren, dass die Seminarreihe als Bildungsurlaub anerkannt wird.


Sind die Tagungshäuser barrierefrei? 
Wir möchten die Praxiswerkstatt so barrierearm wie möglich gestalten; leider sind die Tagungshäuser nur zu einem Teil barrierefrei. Setze dich gerne mit uns in Verbindung, wenn deine Teilnahme dadurch erschwert wird.


Wer finanziert den Kurs?
Der Kurs wird finanziert durch Attac Deutschland, die Rosa-Luxemburg-Stiftung und durch ENGAGEMENT GLOBAL mit finanzieller Unterstützung des Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.